Inkassoverfahren – was versteht man eigentlich darunter?

Unter dem Begriff Inkasso versteht man die geschäftsmäßige Einziehung offener Forderungen. Diese kann z.B. eine nicht gezahlte Rechnung sein. Voraussetzung für die Einleitung eines Inkasso-Verfahren ist eine rechtmäßig fällige Forderung. Der Bereich wird  auch dem Debitorenmanagement und dem Forderungsmanagement zugeordnet.  

Das Inkassoverfahren wird oftmals von Unternehmen an einen externen Dienstleister – einem spezialisierten Inkasso Dienst (Rechtsdienstleister) – übertragen, da es hierfür besonderer Kompetenzen, Kenntnisse und Fähigkeiten bedarf, die im Rechtsdienstleistungsgesetz (RDG) fest geregelt sind. Der Vorteil für Unternehmen, den Bereich out zu sourcen, ist die enorme Kostenersparnis, die ein Kunde dadurch erzielen kann. Hohe Personalkosten sowie der zeitliche Aufwand und Ärger fallen in Gänze für den Unternehmer weg. 

Wer in Deutschland als seriöse Inkasso-Firma tätig ist, kennzeichnet sich in Interessenverbänden wie z.B. dem Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen e.V.  (BDIU) – dem größten Verband von Inkassounternehmen in Europa und der zweitgrößte weltweit. Als Mitglied im BDIU verpflichtet sich ein Deutscher Inkasso-Dienst der Einhaltung von festen Regeln für die Ausübung seiner Tätigkeit, die einer strengen Kontrolle durch den Bundesverband unterzogen ist. Regelverstöße führen zu Sanktionen bis hin zum Ausschluss aus dem Verband. 

Ein seriöses Inkassobüro bietet Ihnen umfassende Beratung und Services an, um Ihre Kosten zu reduzieren und Ihre Liquidität zu steigern. Wir als Rechtsdienstleister und Inkassounternehmen unterstützen Sie aus dem Handel, dem Handwerk, aus der Dienstleistungswirtschaft oder der öffentlichen Hand beim managen Ihrer offenen Forderung über dessen gesamten Lebenszyklus hinweg. 

 

Wann ein Inkasso beauftragen?

Eine der häufigsten Fragen, die sich ein Unternehmer stellt ist, wann ist es sinnvoll, eine Inkassofirma zu beauftragen. Lohnt es sich überhaupt für meine Forderung – und – was kostet es?

Haben Sie sich innerhalb der geltenden Gesetze um Ihr Mahnwesen gekümmert und Ihr Kunde hat auf Ihre Mahnung bisher nicht reagiert, ist es sinnvoll, zu handeln. Schmeißen Sie Ihr Geld nicht zum Fenster raus. Schließlich haben Sie eine Leistung erbracht und sitzen nun auf Ihrer offenen Rechnung. Für diese berechtigte Forderung tritt ein Inkassounternehmen ein, um zwischen Ihnen als Gläubiger und Ihrem Kunden als Schuldner zu vermitteln und eine außergerichtliche Einigung herbeizuführen. Das Inkassobüro kümmert sich um Ihre unbezahlten Rechnungen durch professionelles Forderungsmanagement und Sie können sich in Ruhe um Ihr Kerngeschäft kümmern.

Beim Thema Inkasso bedarf es keiner Mindestforderungshöhe. Hat der Schuldner Ihre Rechnung und Mahnung ignoriert, ist es ein klassischer Inkasso Fall. Eine Inkassofirma kann beauftragt werden.

 

Wie verläuft ein Inkassoverfahren?

Tritt der Fall ein und Sie benötigen ein Inkassounternehmen, übertragen Sie dem Inkassobüro mit einer Vollmacht das Recht, Ihre Forderung gegenüber dem Schuldner einzutreiben. Die offene Forderung wird vorab von Ihrem Dienstleister, dem Inkassobüro, einem Prüfverfahren unterzogen um zu klären, ob die Forderung berechtigt ist. Im Anschluss wird dann das Inkassoverfahren eingeleitet. Sensible Daten sollten Sie dabei mit äußerster Sorgfalt behandeln. Der Schuldner bekommt Post vom Inkassobüro und wird zur Zahlung aufgefordert. In der Zahlungsaufforderung enthalten ist die Hauptforderung des Gläubigers sowie eventuelle Nebenforderungen.

In der Regel sollte der Schuldner das Schreiben prüfen. Ist die Rechnung tatsächlich noch offen? Ist zwischenzeitlich ggf. schon eine Zahlung an den Gläubiger erfolgt? Unstimmigkeiten sollten Sie in jedem Fall schnell und direkt vom Schuldner mit dem Inkassobüro klären, um ein gerichtliches Verfahren auszuschließen. Ein Forderung zur Zahlung zu ignorieren, ist der ungünstigste Weg, der auf mittlere Sicht das Verfahren zum Eskalieren bringen kann.

Für uns als Inkassounternehmen ist in jedem Fall beim Ablauf des Inkassoverfahrens wichtig, eine gütliche Einigung außergerichtlich zu erzielen. Wir setzen uns daher immer auch mit dem Schuldner in Verbindung.

Wichtig ist, dass der Schuldner die Forderung immer auf das im Inkasso Schreiben angegebene Konto überweist, damit diese im Anschluss zugeordnet werden kann. Die Forderung muss – wenn nichts anderes vereinbart, wie z.B. Ratenzahlung – komplett überwiesen werden (Hauptforderung, Nebenforderung und Inkassokosten).

 

Das gerichtliche Mahnverfahren

Gelegentlich kommt es vor, dass jegliche Kontaktaufnahme zum Schuldner scheitert und man das Inkassoverfahren in ein gerichtliches Mahnverfahren übergeben muss. Auch in diesem Thema können wir als Inkasso-Unternehmen für Sie als Kunde und Gläubiger tätig werden. Sie müssen diesen Ablauf an keinen Anwalt übergeben.

Die gesamten Prozesse – das Inkassoverfahren (außergerichtliche Forderungsmanagement) sowie das gerichtliche Verfahren (Erwirkung eines Mahnbescheids bei Gericht), einschließlich dem nachgerichtlichen Inkassoverfahren (Vollstreckung durch Gerichtsvollzieher) – bleiben somit bei einem Inkassounternehmen – Straetus Hannover – Ihr Inkassodienst.

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